Eisenbahnmuseum Schwarzwald

Eisenbahnmuseum Schwarzwald eröffnet Ende Oktober

Schramberg. Der Schwarzwald wird um eine Attraktion reicher:

Das "Eisenbahnmuseum Schwarzwald", angegliedert an die Auto- und Uhrenwelt in Schramberg, eröffnet am Freitag, 26. Oktober.

"Wir hoffen stark auf die Synergieeffekte der Museen", sagt Eisenbahnenthusiast Michael Herberger. Allein deswegen habe er sich nach Sipplingen und Stuttgart jetzt den Standort Schramberg ausgesucht. "Als kleines Museum tut man sich sonst schwer", ist seine Ansicht, nur die Größe bringe auch in Zukunft genügend Publikum, um vor allem auch als privates Museum wirtschaftlich sein zu können. Doch trotz Synergieeffekten ist es schwierig, auch in den tourismusärmeren Wintermonaten bestehen zu können. Dies zeigt schon alleine die Entscheidung der Steim-Stiftung, die Autosammlung in dieser Jahreszeit – von den Weihnachtsferien einmal abgesehen – künftig nur noch samstags und sonntags zu öffnen.

Das Eisenbahnmuseum, direkt gegenüber der Auto- und Uhrenwelt und in der gleichen Häuserzeile wie das Dieselmuseum gelegen, soll vor allem ein Museum für die Jüngeren sein. "Bei uns wollen die Kinder bleiben und die Eltern gehen", schmunzelt Herberger, der sich an einige Erlebnisse erinnert. So habe "mindestens jede Woche" ein Kind von den Eltern weinend und strampelnd aus der Schau gezogen werden müssen, weil es ihm so gut gefallen habe, dass es eben noch "viel länger" habe bleiben wollen. Garant für das Interesse der Kinder an der Ausstellung seien schon allein die Mitmachmöglichkeiten. Und so ist er sich auch sicher, dass gerade für das Eisenbahnmuseum die Dauerkarten von großem Interesse seien: Die Besucher aus der Region kämen mehrfach und immer wieder, sei seine bisherige Erfahrung gewesen. Damit dies so bleibt, sind allein an der "großen" Landschaftsanlage, die eine Fläche von 7,5 mal 20 Meter umfasst, (die kleinere Stadtanlage, die im nächsten Jahr zusätzlich aufgebaut wird, misst 7,5 mal 18 Meter), 20 Knöpfe angebracht, mit denen verschiedenste Funktionen angestoßen werden können. Dazu zählt auch, dass die Züge auf den neun Ovalen unabhängig voneinander in Bewegung gesetzt werden können. Dabei fahren die Züge meist auf Edelstahlschienen, die auf Eichenschwellen ruhen. Und im Gegensatz zur verbreiteten Spur H0 bietet die Spur II eine solche Größe, dass die Züge auch in einiger Entfernung noch zur Geltung kommen.

Um den optischen Eindruck geschickt nachzuhelfen, fahren so auf den äußersten Gleisen dann auch die Züge mit Normalspur, während innen – und etwas erhaben auf dem Berg – die schmalspurigen kleineren Fahrzeuge verkehren: bis hin zur Grubenbahn.

Gefahren wird übrigens hauptsächlich analog, teilweise aber auch digital: Ganz umstellen auf digital will Herberger (noch) nicht. Zu viele Dekoder sind ihm im Dauerbetrieb schon abgerauscht ins Nirwana der Elektronik. 1000 kleine Kurzschlüsse beim Überfahren der Weiche halte die Elektronik aus – den 1001 aber nicht mehr, sieht er den Vorteil der Analogtechnik, die ohne komplizierte Elektronik auskomme. Aber nicht nur für Familien (für Kinder gibt es auch noch eine kleine Draisinenstrecke), sondern auch für Eisenbahninteressierte bietet die derzeit wohl "größte Spur-II-Sammlung der Welt" einiges an Raritäten: 900 handgefertigte Modelle im Maßstab 1:22,5. Eine Lok ist dabei aus bis zu 10 000 Teilen zusammengebaut, ein Meter lang und 20 Kilo schwer – allerdings hinter Glas zu bewundern. Und auch in zahlreichen Gebäuden zeigt sich die Liebe zum Detail: Allein für das Dach des 2,2 Meter großen nachgebauten Bahnhofs "Bonndorf" wurden über 8000 Ziegel einzeln angefertigt.

Ergänzt wird die Schau durch weitere Modelle verschiedenster Hersteller, auch der "etwas kleineren" Spur I.

 

Quelle: Schwarzwälder Bote vom 5.10.2012, Von Stephan Wegner