Tempomachen – auf Schienen und Straßen

Eisenbahnmuseum Schwarzwald und Sonderausstellung 100 Jahre Rennbahnen eröffnet

SCHRAMBERG, 28. Oktober (him) - Rekordverdächtig: Zwei Ausstellungen an einem Abend und das innerhalb von einer Stunde zu eröffnen, das gelingt wohl selten. Am Freitagabend eröffnete das neue „Eisenbahnmuseum Schwarzwald“ um 18 Uhr und  eine gute halbe Stunde später das Auto- und Uhrenmuseum seine Sonderausstellung „Tempo machen – 100 Jahre Renn- und Autobahnen.“

Die beiden Ausstellungen befinden sich auf dem Gelände des Gewerbeparks H.A.U. und so hatten die Besucher nur wenige Minuten Fußweg von Gebäude 22 mit den Eisenbahnen  hinüber ins Auto-und Uhrenmuseum.

  Auf der riesigen Eisenbahnlandschaft im Gebäude 22 fuhren schon einige Züge. Wenn alles fertig ist, kann man diese über Knöpfe starten und stoppen. In seiner Begrüßung erinnerte Oberbürgermeister Thomas Herzog daran, dass vor 50 Jahren  die Modelleisenbahn noch das ultimative Weihnachtsgeschenk für jeden Jungen gewesen sei. Heutzutage stehe eher ein Handy oder ein PC auf der Wunschliste. „Sicher, es waren viel kleinere Anlagen als diese, die auch meist nach dem Weihnachtsfest wieder abgebaut werden mussten.“

Er dankte allen beteiligten insbesondere den Spur 2-Freunde um Michael Herberger, die die weltweit größte Sammlung von Loks und Waggons dieser großen Modellbahnspurweite zur Verfügung gestellt hätten. „Ich denke, etwas Besseres hätte uns nicht passieren können, und damit meine ich die Regionalgruppe Süd und die Stadt Schramberg.“ Es sei eine- neudeutsch gesagt - Win-Win-Situation.

  Herberger erinnerte an den drei Monate dauernden Aufbau der Anlage. Er werde oft gefragt, wann sie denn fertig sei. Seine Antwort: „Fertig wird man nie!“Ab Mitte Februar wolle man den zweiten Bauabschnitt angehen und eine zweite große Anlage unter dem Motto Großstadt aufbauen. Er sei überzeugt, dass sich die beiden technikorientierten Museen sehr gut ergänzen und so für ein breites Publikum interessant sein werden.

  Er dankte der Stadt  und der „Autoschieberbande“ für die tatkräftige Unterstützung. Bei einer kurzen Führung zeigte Herberger unter anderem das Modell des Luxuszuges des bayrischen Märchenkönigs Ludwig II. „Da wurden zwei Kilogramm Gold verwendet – im Original – nicht im Modell,“ wie Herberger gleich hinzufügte.

  Im Auto- und Uhrenmuseum begrüßte  anschließend der Vorsitzende des Fördervereins, Helmut Banholzer, die Gäste zur Sonderausstellung mit elektrischen Renn- und Autobahnen. Bei der Eröffnung des Museums vor zweieinhalb Jahren seien viele unsicher gewesen, ob das Museum die Erwartungen erfüllen werde und sich die Besucher auch einfinden werden. „Wir sind auf sehr gutem Weg“, so Banholzer, inzwischen kämen auch immer mehr Reisebusse und die Gäste kehrten in Schramberger Lokalen ein oder übernachteten auch in der Stadt.

  Als einer der drei Leihgeber für die Ausstellung „Tempo machen 1090 Jahre Auto- und Rennbahnen berichtete Frank Blade über die Geschichte dieses Spielzeuges, das in den 60er Jahren den Höhepunkt seiner Popularität erreicht hatte.

  Ein Jahr nach dem ersten Autorennen in Indianapolis kam im Jahr 1912 die erste Spielzeugrennbahn in den USA auf den Markt, die aber 1916 wieder verschwand. Mit dem Bau der Autobahnen  in den 30er Jahren wurden solche Bahnen dann in Deutschland sehr beliebt. Nach dem zweiten Weltkrieg hat dann eine Firma aus Fürth mit der Carrera-Bahn den größten Erfolg, viele andere namhafte Spielzeughersteller wie Märklin, Trix oder Fleischmann hatten ebenfalls  Rennbahnen im Angebot, aber Carrera wurde zum Synonym für Autorennbahnen.

  Auf zwei im Foyer des Museums aufgebauten Autorennbahnen konnten Väter und Söhne dann gleich selbst „Tempo machen.“

Quelle: NRWZ vom 28.10.2012, 16:35:56 Uhr

http://www.nrwz.de/nrwz/schramberg/00045897/0/Tempomachen-–-auf-Schienen-und-Straßen